Kapitalgesellschaften

Gründungskosten: Für eine steuerliche Anerkennung muss die Übernahme der Kosten durch die Gesellschaft durch Regelung im Gesellschaftsvertrag zivilrechtlich wirksam vereinbart werden. Andernfalls handelt es sich um eine verdeckte Gewinnausschüttung. Das OLG Celle hält eine Grenze von 10% des Stammkapitals geboten.

Steuerliche Verlustverrechnung: Ab 2016 kann ein (anteiliger) Verlustuntergang bei Anteilsübertragungen vermieden werden, wenn über einen Zeitraum von 3 Veranlagungszeiträumen vor der Anteilsübertragung ausschließlich derselbe Geschäftsbetrieb unterhalten wurde und in dem VZ kein schädliches Ereignis eintritt wie z.B. Ruhen oder Änderung des Geschäftsbetriebs. Es wird auf Antragstellung in der Steuererklärung des betreffenden Jahres unabhängig von einem sonst evtl. nur quotal untergehenden Verlust ein fortführungsgebundener Verlust in Höhe des bis zu diesem VZ generierten Verlust (100%) festgestellt.

Update: 02.03.2017


Pensionsrückstellungen: Ab Geschäftsjahre, die in 2016 enden, wahlweise schon in 2015, sind handelsrechtlich die Pensionsrückstellungen statt bisher mit einem über 7 Jahre ermittelten Durchschnittszins mit einem über einen Zeitraum von 10 Jahren ermittelten Zins abzuzinsen. Hintergrund der Änderung ist die Niedrigzinssituation, welche die Unternehmen in Form von höheren Rückstellungen belastet. Durch den größeren Zeitraum zur Ermittlung des Durchschnittszinses steigt dieser. Es sind nun drei Berechnungen in den Gutachten durchzuführen, nämlich zum einen mit beiden handelsrechtlichen Zinssätzen, denn über die Differenz ist eine Anhangsangabe bzw. Angabe unter der Bilanz zu machen. In Höhe des Differenzbetrags besteht eine Ausschüttungssperre. Zum anderen ist eine Berechnung mit dem steuerlich unveränderten Abzinsungssatz von 6% vorzunehmen.

Update: 12.09.2016

 


Selbstkontrahierungsverbot: § 181 BGB regelt sowohl das Selbstkontrahierungsverbot als auch das Verbot der Mehrfachvertretung (Geschäfte mit einer anderen Gesellschaft, deren gesetzlicher Vertreter er ist). Sofern im Gesellschaftsvertrag eine Befreiung von §181 BGB geregelt ist, sollte geprüft werden, ob aus der Formulierung deutlich hervorgeht, von welchem Verbot er befreit wird.
Konzernklausel: Um Umstrukturierungen im Konzern zu erleichtern ohne den Verlustvortrag übertragener Gesellschaften zu streichen, wurde u.a. folgendes neu geregelt: Die Konzernspitze darf nun Erwerber oder Veräußerer und zudem auch eine Personenhandelsgesellschaft sein, die die Anteile im Gesamthandsvermögen hält. Ist Sie Veräußerer/Erwerber, so benötigt Sie eine (un)mittelbare Beteiligung von 100% an der übernehmenden/übertragenden Gesellschaft. Ist Sie weder Veräußerer noch Erwerber, so ist jeweils eine (un)mittelbare Beteiligung von 100% am übertragenden und übernehmenden Rechtsträger erforderlich.
Gegenleistung bei Einbringungen: Nunmehr ist es unschädlich für die Buchwertfortführung, wenn bei der Einbringung eines Einzelunternehmens in eine Kapitalgesellschaft neben der Gewährung von Gesellschaftsanteilen eine Gegenleistung erbracht wird, die 500 TEUR und die Höhe des Buchwerts des eingebrachten Betriebsvermögens nicht übersteigt. Weiterhin darf die Gegenleistung 25% des Buchwerts übersteigen.

Update: 24.02.2016

 


Pensionszusage: Für die steuerliche Anerkennung einer Pensionszusage ist u.a. Voraussetzung, dass der Pensionsanspruch bis zum Eintritt des Ruhestands noch verdient werden kann. Bei einem beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer müssen mindestens 10 Jahre zwischen der Erteilung der Zusage und des Versorgungseintritts liegen; bei einem nicht beherrschenden GGF sind zum einen zwischen Dienst- und Versorgungseintritt 12 Jahre sowie zwischen Zusage und Versorgungseintritt 3 Jahre Voraussetzung.
Verwendung des steuerlichen Einlagekontos: Für die Verwendung des steuerlichen Einlagekontos sind die Leistungen innerhalb eines Wirtschaftsjahres zusammenzufassen und auf die Verwendung des ausschüttbaren Gewinns und des steuerlichen Einlagekontos quotal aufzuteilen. Wird dies nicht beachtet und stattdessen erst rechnerisch der ausschüttbare Gewinn verbraucht und sodann das steuerliche Einlagekonto und dies bereits nach der ersten Ausschüttung bescheinigt, so führt dies bei der ersten Ausschüttung zu einer zu geringen Bescheinigung über die Verwendung des steuerlichen Einlagekontos, welche maßgeblich bleibt. Bei der folgenden Ausschüttung würde demzufolge die geschuldete Kapitalertragsteuer zu gering berechnet und abgeführt werden. Dafür haftet die Gesellschaft. Bis zur Festschreibung der Verwendung, welche erst mit Erlass des Feststellungsbescheides zum Ende des betreffenden Wirtschaftsjahres eintritt, kann die Gesellschaft die Verwendung des steuerlichen Einlagekontos und des ausschüttbaren Gewinns korrekt ermitteln und den Anteilseignern entsprechend bescheinigen.

Update: 23.11.2015

 


Eine Ausschüttung fließt dem beherrschenden Gesellschafter im Zeitpunkt der Beschlussfassung zu, auch wenn ein späteres Auszahlungsdatum bestimmt wird. Voraussetzung ist, dass die Gesellschaft zahlungsfähig ist. Diese Zuflussfiktion ist maßgeblich für den Zeitpunkt der Entstehung der Kapitalertragssteuer.

Update: 24.08.2015

 


Kontaktformular

Sie wollen uns anrufen?

 

Wir sind für Sie auch sofort über Skype erreichbar!

Standorte & Kontaktdaten


Mobilnummer:
+49 (0) 152 345 336 31
E-Mail:
bettina.hoell@ikarus-steuerberatung.de

Berlin:
Askanischer Platz 4
10963 Berlin
Telefonnummer:
+49 (0) 30 263 956 46

Zur Steuerberatung in Berlin



Dessau-Roßlau:
Heinz-Röttger-Straße 1
06846 Dessau-Roßlau
Telefonnummer:
+49 (0) 340 516 73 56

Zur Steuerberatung in Dessau



skypeskypeskypeskype
Content