Kapitaleinkünfte

Abgeltungsteuer: Für Zinsen aus Darlehen unter Ehegatten ist der Abgeltungssteuersatz nicht von vornherein ausgeschlossen, da der Ausschluss nicht an das persönliche Näheverhältnis anknüpft, sondern an eine finanzielle Abhängigkeit des Darlehensnehmers vom Darlehensgeber. Diese ist z.B. gegeben, wenn der Darlehensnehmer von einer Bank kein Darlehen bekommen hätte.

Günstigerprüfung: Ergibt die Günstigerprüfung bei der Einkommensteuerveranlagung, dass der individuelle Steuersatz günstiger ist als die Abgeltungssteuer, ist dennoch der Abzug der tatsächlichen Werbungskosten ausgeschlossen.

Update vom 24.08.2015

 


Abgeltungssteuersatz bei Darlehen zwischen nahen Angehörigen: Nach dem Gesetzeswortlaut ist der Abgeltungssteuersatz von 25% auf Zinserträge dann nicht anzuwenden, wenn Gläubiger und Schuldner einander nahe stehende Personen sind und die Zinsaufwendungen beim Schuldner Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten sind. Der BFH führt aus, dass lediglich ein aus dem Familienverhältnis abgeleitetes, persönliches Interesse nicht ausreichend ist, um ein Näheverhältnis im Sinne dieser Vorschrift zu begründen. Ein solches Näheverhältnis liege nur dann vor, wenn auf eine der Vertragsparteien ein beherrschender oder außerhalb der Geschäftsbeziehung liegender Einfluss ausgeübt werden kann oder ein eigenes wirtschaftliches Interesse an der Erzielung der Einkünfte des anderen besteht. Stehen die betroffenen Angehörigen also nicht in einem konkreten Abhängigkeitsverhältnis zueinander, ist der besondere Steuertarif von 25% anzuerkennen.


Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 11.2.2014 (Aktenzeichen VIII R 25/12) bestätigt, dass Gutschriften aus Schneeballsystemen zu Einnahmen aus Kapitalvermögen führen, wenn der Betreiber des Schneeballsystems bei entsprechendem Verlangen des Anlegers zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Auszahlung der gutgeschriebenen Beträge leistungsbereit und leistungsfähig gewesen wäre.

Sind Altverluste aus Aktiengeschäften auch nach dem 31.12.2013 verrechenbar? Aufgrund von entstanden Diskussionen in der Fachwelt ist zu empfehlen eine Verrechnung auch für 2014 zu beantragen und den Bescheid bei Ablehnung offen zu halten.

Anerkennung von Darlehensverträgen zwischen Angehörigen: Das Bundesfinanzministerium hat mit Schreiben vom 29.4.2014 (Aktenzeichen IV C 6 – S 2144/07/10004, DOK 2014/0061930) auf das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 22.10.2013 (Aktenzeichen X R 26/11) hingewiesen und wird die Grundsätze entsprechend anwenden.

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